Interview Start Up shesmile

, | 10.04.2015

Interview shesmile
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DIY Start Up – von der Idee zum Erfolg – etablierte Labels erzählen

So unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich ihre Nähanleitungen, die sie erstellen. Heute stelle ich Dir meine Kollegin Lisse vom Label „shesmile“ vor.

Lisse hat sich ähnlich wie ich, letzten Herbst selbstständig gemacht. Seitdem kreiert sie hauptberuflich süße Nähanleitungen, do it yourself Ideen, Plotter- und Stickdateien. Ihr Stil ist lieblich, verspielt, detailreich und zuckersüß!

Auf Ihrer Internetseite doityourself.shesmile.de findest Du aktuelle Themen und das tolle Freundebuch. Vor ein paar Wochen hat Lisse mich dort vorgestellt. Vielen Dank dafür!

Und nun sei gespannt auf ein fröhliches Interview, in dem Lisse auch einige Tipps für Existenzgründer erzählt.

Das Interview

Interview shesmile

Wortspiel (vervollständige den Satz:)

Aller Anfang ist…Wichtig! Sich auf das Projekt „Eigenes Unternehmen“ einzulassen kostet viel Geduld, Zeit und Nerven. Aber es gar nicht erst zu probieren kam für mich nie in Frage.

Werdegang:

Wie war Deine Ausgangssituation?

Nach der Schule hab ich in einer großen Werbemittelfirma eine Siebdruck-Lehre begonnen, und diese auf 2,5 Jahre verkürzt abgeschlossen. Im direkten Anschluss hab ich in die Reproduktionsabteilung der gleichen Firma gewechselt und eine Ausbildung als Mediengestalterin angefangen.

Ebenfalls um ein halbes Jahr verkürzt schloss ich nach 2 Jahren auch diese Ausbildung ab und war nun gelernte Siebdruckerin und Mediengestalterin für Digital- und Printmedien. Obwohl ich in der Schule nie besonders gut war, fiel mir die Ausbildung komischerweise gar nicht schwer.

2007 wechselte ich dann in die Marketingabteilung der Firma und meldete auch privat mein Grafikgewerbe „shesmile, Layout+Design“ an.

Durch die Schwangerschaft/Geburt meiner Tochter 2012 hab ich meine alte Nähmaschine wieder ausgekramt. Ich hab sie mit 12 von meiner Oma geschenkt bekommen, und seitdem nur selten, z.B. im Handarbeitsunterricht in der Schule, benutzt. Die Schnittmuster für meine Projekte hab ich mir meist selbst überlegt.

Im November 2013 hab ich bei DaWanda die Kategorie „E-Books / Anleitungen“ entdeckt und aus dem Schnittmuster der Kinderschürze für meine Tochter eine kleine Nähanleitung erstellt. Das E-Book hat sich in meinem neu erstellten DaWanda-Shop auf Anhieb so gut verkauft dass ich begonnen habe weitere Nähprojekte umzusetzen und auf meiner Website zu zeigen.

Bald darauf sind auch Bastelanleitungen dazugekommen.

Und seit November 2014 gibt es nun auch Stickmuster und Plotterdateien. Vielen Dank an Bines Bunte Welt für die tolle Unterstützung.

Hast Du Deine Selbständigkeit alleine aufgezogen oder im Team?

Durch das Nähen hat sich bei mir so einiges verändert.

Seit Juni 2014 bin ich als Designerin bei makerist . In meinem DaWanda-Shop sind mittlerweile über 60 Produkte (Stand März 2015), und der Trend zum „Selbermachen“ ist so beliebt dass ich mich im Oktober 2014 damit komplett Selbstständig gemacht habe.

Ich hab die 3 Jahre Elternzeit also gut genutzt. Und bin nun gar nicht mehr zurück an meinen alten Arbeitsplatz. Trotzdem bin ich sehr dankbar für die Ausbildung und Arbeitserfahrung die ich dort machen durfte. Ohne die das alles was zur Zeit passiert gar nicht möglich gewesen wäre.

Was hat sich im Laufe Deiner Selbstständigkeit verändert?

Anfangs hab ich eine Nähanleitung gleich nach dem Erstellen online gestellt. Heute hab ich ein wunderbares Team aus Probenäherinnen die meine Anleitungen vor Veröffentlichung testen und mich auf Fehler oder Verbesserungen aufmerksam machen. Ich liebe diese „Probearbeiten“.

Wenn man sieht, dass aus der eigenen Idee so viel unterschiedliche Ergebnisse entstehen. Auch die „alten“ E-Books werden so nun nach und nach getestet und auf den neuesten Stand gebracht. Ansonsten mach ich alles selbst. Wie man so schön sagt „Selbst und Ständig“

Finanzierung:

Ein Startkapital hatte ich nicht, und auch keine Finanzierungshilfe. Es steckt nur wahnsinnig viel Arbeitszeit drin. Die sich zu Beginn sicher nicht gelohnt hat, und es eher eine Spielerei und zeitaufwändiges Hobby war. Doch es hat sich gelohnt. Und darauf bin ich sehr stolz.

Was ich aber auf jeden Fall jedem „Künstler“ mit einem vergleichbaren Start-Up Projekt empfehlen kann ist der Beitritt bei der KSK (Künstlersozialkasse) Denn dort gilt die Besonderheit, dass man in etwa nur die Hälfte der Beiträge (Kranken-, Pflege-, und Rentenversicherung) selbst tragen muss und damit ähnlich günstig gestellt ist wie ein Arbeitnehmer.

Blog/Social Media

Auf meiner Website möchte ich zeigen was man von mir erwarten kann und gebe auch jedem die Möglichkeit sich selbst mit einzubringen. Ich zeige meine Bastel- und Nähanleitungen samt Bildergalerien von umgesetzten Projekten der Kunden.

Ich stelle dort auch interessante Labels aus der Kreativ-Welt in meinem Freundebuch vor. Mir ist dabei besonders wichtig, dass es gut strukturiert ist und auch ein neuer Besucher sich schnell zurrechtfindet. Jeder soll gern ein bisschen stöbern, bleiben, und mich auch wieder besuchen.

Natürlich gibt es mich bei Facebook, Google+, Instagram, Pinterest, Twitter, Youtube, oder in verschiedenen Kreativ-Communitys (Handmade Kultur, Brigitte MOM Blogs …)

Ideenpotenzial:

Was war Dein erster Verkaufsartikel?

Ja, dass war die Kinderschürze mit Muffin-Applikation, die ich für meine Tochter genäht hatte. Noch heute gibt es das PDF-E-Book in meinen Shops.

3 Best off Tipps:

  1. Wenn es dir keinen Spaß macht, lass es bleiben
  2. Überleg dir dein Logo und deinen Labelnamen gut, wenn du danach googlest sollte es den Begriff noch nicht geben
  3. Besuche einen Workshop für Fotografie/Bildretusche. Tolle Fotos deiner Arbeiten sind sehr viel wert!

Infos und Tipps

Welche Internetseiten/Bücher/ Menschen/Institutionen kannst Du weiterempfehlen/ haben Dich unterstützt?

Oh, dass ist eine tolle Frage. Da kann ich endlich mal DANKE sagen! Dankeschön an meine Tochter Lilli. Sie inspiriert mich für viele Projekte, macht immer brav Fotomodel und lässt mich dank der tollen langen Schlafzeiten immer gut arbeiten 😉 Danke an meine Familie und Freunde, für euer ehrliches Feedback, Verständnis und die Geduld.

Ein riesengroßes herzliches Dankeschön geht aber auch an das Team von makerist, an Julia von Kreativlabor Berlin und an jeden einzelnen der für mich näht und meine Anleitungen/Dateien kauft. Danke! Ohne euch wär das alles gar nicht möglich. Ihr seid großartig!

Fehleroffenheit

Welche Fehler halfen Dir weiter?

Verkauf dich nicht unter Wert! Wenn jemand deine Arbeit nicht zu schätzen weiß, beende die Kooperation.

Erfolg: geht noch was?

Wie schätzt Du Deinen Erfolg auf Deiner ganz persönlichen Skala ein?

Klar, natürlich „geht noch was“. Aber im Moment freu ich mich jeden Monat neu. Denn noch vor einem Jahr hab ich mich über die ersten 100 Facebook-Fans gefreut, gestern waren es 1.000 verkaufte Produkte bei DaWanda. Das ist alles noch so verrückt und ich kann es gar nicht glauben. Ich genieße den Moment, arbeite meine Ideenliste nach und nach ab und bin sehr gespannt was die Zukunft für mich bereithält.

Zukunft in 5 Jahren:

ŸIn 5 Jahren geht Lilli bereits in die Schule, hat vielleicht ein kleines Geschwisterchen und ich finde immer noch die Zeit meine kreativen Ideen umzusetzen.

Hier findest Du alle wichtigen Links zu shesmile:

Shop, Internet und Facebook.

Liebe Lisse, ich bin sehr auf Deine zukünftigen Ideen und Nähanleitungen gespannt und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg!

Herzlich, AnitaMerken

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