Interview Start Up Frau Ottilie

, | 08.05.2015

Interview Frau Ottilie
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DIY Start Up – von der Idee zum Erfolg – etablierte Labels erzählen

Ein Lächeln breitet sich über mein Gesicht aus, wenn ich an meine heutige Interview Partnerin denke. Leichte, fröhliche und farbenreiche Aquarellzeichnungen sind zu Andreas unverwechselbarem Stil geworden. Frau Ottilie zeichnet die Wirklichkeit immer ein Stück süßer und lieblicher. Sie illustriert Postkarten, Bücher und Poster.

Kinderzimmer Dekorationen und Hochzeitseinladungen erhalten einen ganz besonderen Charme und ich bin mir sicher, dass Andreas Illustrationen bald noch viel mehr in der Öffentlichkeit auftauchen werden. Jetzt schon hat sie Auftraggeber wie Tschibo und Dawanda.

Ihre Werke verkauft sie in ihrem Online Shop und auf diversen Handmade Märkten. Letztes Jahr lernte ich Andrea auf dem Handmade Markt im Grünen kennen und war gleich verzaubert. Vielleicht findest Du sie bald auch in Deiner Stadt, dies sind die nächsten Termine:

11./12. April 2015: Handgemacht Kreativmarkt, Leipzig

09./10. Mai 2015: Handgemacht Kreativmarkt, Würzburg

30./31. Mai 2015: Elbrausch Designmarkt, Hamburg

Das Interview

Interview frau Ottilie

Wortspiel (vervollständige den Satz:)

Aller Anfang ist…aufregend und voller Visionen.

Werdegang:

Wie war Deine Ausgangssituation?

Das Label FRAU OTTILIE ist während meines Ethnologiestudiums in Heidelberg entstanden, um etwas Geld nebenher zu verdienen. Da ich schon immer gerne kreativ war, habe ich zuerst angefangen Stofftiere zu designen, zu nähen und zu verkaufen.

Nach und nach kamen dann Illustrationen hinzu. Das war eher Zufall – ich hatte große Lust Käfer zu malen und Sebastian fand sie so toll, dass er mich überredet hat, sie auf Postkarten drucken zu lassen. Die Leute fanden die Krabbeltiere toll und so wuchsen die Motive und das Sortiment der Papierprodukte immer weiter.

Als ich den Abschluss in der Tasche hatte war FRAU OTTILIE bereits so groß, dass ich unbedingt weiter machen wollte. Dann war auch die Zeit dafür da es ernsthaft anzugehen. Ich habe ein Kleinunternehmen angemeldet und musste Berechnungen anstellen und kam zu dem Schluss, dass sich das Nähen für mich nicht gelohnt hat. So habe ich mich voll auf die Illustration konzentriert.

Hast Du Deine Selbständigkeit alleine aufgezogen oder im Team?

Bis vor Kurzem habe ich FRAU OTTILIE alleine gemacht. Aber seitdem ich die Unterstützung von meinem Freund Sebastian habe und wir als Team arbeiten, läuft alles noch viel besser. Wir ergänzen uns sehr gut in unseren Kompetenzen – ich bin der kreative Kopf unseres Unternehmens und Sebastian kümmert sich um das Marketing und erledigt einen großen Teil der Verwaltungsarbeit.

Was hat sich im Laufe Deiner Selbstständigkeit verändert?

Naja, früher habe ich genäht und heute illustriere ich. Das zeigt glaube ich ganz gut, dass man als Selbstständiger im Kreativsektor offen für Veränderungen sein sollte. Außerdem kommen mit dem Wachstum des Unternehmens natürlich immer neue Aufgaben und Herausforderungen auf einen zu.

Am Anfang hatte ich noch kein Facebook- und Instagram-Profil. Heute schaue ich, dass diese Seiten regelmäßig gepflegt werden. Irgendwann bin ich auch an den Punkt gekommen, dass ich mehr als nur Postkarten machen wollte. Produktentwicklung ist deshalb heute auch ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Und JA! Ich habe noch ganz viele Träume und Ideen und super viel Lust sie umzusetzen und zu schauen was davon wir realisieren können.

Finanzierung:

Da FRAU OTTILIE tatsächlich „nebenbei“ angefangen hat, reichte es, hin und wieder etwas Geld aus meinen Nebenjobs hineinzustecken. Zum Glück sind in meinem Bereich die Investitionen relativ gering.

Standort

Da wir keinen eigenen Laden haben, sondern einen Online-Shop betreiben, sind wir natürlich an keine Stadt gebunden. Jedoch fahren wir oft auf Designmärkte und ich denke es ist schon sinnvoll in einer Region zu leben, in der solche Veranstaltungen regelmäßig stattfinden. Außerdem kann es hilfreich sein in der eigenen Stadt die Möglichkeit zu haben Leute zu treffen, die das Gleiche machen um sich auszutauschen.

Ideenpotenzial:

Was war Dein erster Verkaufsartikel?

Eddy the Teddy! Sebastian und ich haben sogar ein Stop Motion – Video mit ihm gedreht (hier). Leider, leider verkaufe ich ihn nicht mehr.

3 Best off Tipps:

Trau dich groß zu träumen!

– Verlass dich auf dein Gefühl und gib bei den ersten Rückschlägen nicht auf!

– Suche Kontakt zu Leuten, die etwas Ähnliches tun und tausche dich aus!

Infos und Tipps

Der kreative Arbeitsprozess war und ist intuitiv. Ich habe Vieles einfach ausprobiert. Da wir uns jetzt aber auch mit Umsatzsteuer etc. auseinandersetzen müssen, hat sich vor allem Sebastian viel Wissen in diesem Bereich angelesen. „Steuern, aber lustig!!!“ von Andreas Görlich ist ein amüsantes und verständliches Buch zu diesem leidlichen Thema. Generell ist es sinnvoll sich mit Basiswissen in Sachen Unternehmensgründung vertraut zu machen, da man versehentlich Vieles falsch machen kann.

Fehleroffenheit

Welche Fehler halfen Dir weiter?

Ich habe am Anfang den Fehler gemacht meine Sachen unter Wert zu verkaufen. Vor allem bei den Stofftieren standen Aufwand und Materialkosten nicht im Verhältnis zu dem, was ich damit verdient habe. Im Bereich der Handarbeit sollte man sich von Anfang an überlegen wie hoch der Stundenlohn sein muss, damit sich die Arbeit rechnet und das dann auch verlangen. So kann man auch gut austesten, ob sich die Geschäftsidee trägt oder ob man etwas verändern muss. Bei mir was Letzteres der Fall.

Zukunft in 5 Jahren:

In fünf Jahren wird es hoffentlich in noch mehr Ländern FRAU OTTILIE Illustrationen geben. Außerdem würde es mir sehr gefallen bis dahin das ein oder andere Kinderbuch illustriert zu haben.

Hier findest Du alle wichtigen Links zu Frau Ottilie:

Shop, Internet und Facebook.

Liebe Andrea, ganz herzlichen Dank für Dein offenes Interview! Ich wünsche Dir ganz viel Glück und Erfolg für Dein Label und wünsche mir mit Dir, dass ich Deine Illustrationen bald in Papeterie Läden kaufen kann!!!

Herzlich, Anita

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  • Kommentar von Anita | 19.05.2015

    Hallo Gesche,

    oh dankeschön! Ich freue mich, dass Dir die Serie hilft!!! Ich zitiere Deinen Blog: “Ich weiß nicht wo es hingeht, aber ich weiß, ich bin auf dem richtigen Weg.” So ist es, auch wenn es sich manchmal wie die falsche Abzweigung anfühlt.

    Herzliche Grüße,

    Anita

  • Kommentar von Gesche | 19.05.2015

    Hallo und Danke für dieses Interview und die Start up Reihe im Allgemeinen. Sie gibt mir den Mut, die Hoffnung, die Energie weiterzumachen und an meinem kleinen Traum zu arbeiten.
    Liebe Grüße, Gesche

  • Kommentar von FrauAlberta | 9.05.2015

    Frau Ottilie kenne ich persönlich und kann das mit dem Sympathisch-Sein sehr bestätigen.
    Und ihre Werke sind wirklich etwas besonderes.
    Anika