Existenzgründung #2 – Businessplan und Gründungszuschuss – 10 Tipps

| 08.08.2014

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Existenzgründung im DIY- und Crafting-Bereich

Aus gegebenen Anlass habe ich mich entschlossen meine Rückschau von vor zwei Wochen in diesem Artikel nicht fortzusetzen, sondern zum heutigen Tag zu springen. Denn ich habe meinen Businessplan fertig geschrieben UND den Antrag für einen Gründungszuschuss gestern eingereicht!!!!

Jetzt heißt es ganz doll Daumendrücken, damit mir die Finanzspritze genehmigt wird.

Vielleicht habt Ihr auch schon über so einen Zuschuss nachgedacht, oder Ihr seid in Gedanken mit der Gründung beschäftigt, wisst aber nicht, wie Ihr Euch eine finanzielle Unterstützung holen könnt. Deshalb ein paar erklärende Worte, die natürlich keine Rechtsberatung sind, sondern aus meiner persönlichen Erfahrung resultieren.

Gründungszuschuss

Der Gründungszuschuss wird von der Agentur für Arbeit vergeben. Jeder der Arbeitslosengeld I (ALG I) bezieht kann ihn beantragen. Doch leider gibt es kein Rechtsanspruch darauf, das heißt, dass die Agentur den Antrag bewilligen kann oder eben nicht (deshalb müsst Ihr mir die Daumen drücken!!!). Es ist kein Darlehen, muss also nicht zurückgezahlt werden.

Wird er bewilligt erhält man eine Finanzspritze vom bewilligten ALG I Betrag plus 300 Euro, sogenannte Sozialabsicherung, für 6 Monate. Das ist natürlich eine tolle Basis, um die Selbstständigkeit zu starten, und nicht von Anfang an alle Kosten finanzieren zu müssen. Vor Ablauf der 6 Monate, ist eine Weiterbewilligung möglich, so dass man für weitere 9 Monate noch jeweils 300 Euro bekommen kann.

Um den Antrag zu stellen sind folgende Punkte hilfreich oder notwendig (Erklärungen siehe weiter unten):

  •  mindestens noch 3 Monate Anspruch auf ALG I zu haben
  •  Businessplan und Finanzplan schreiben
  •  Existenzgründerseminar Teilnahme
  •  Gewerbeanmeldung (Gewerbeamt) oder Anmeldung zum Freiberufler (Finanzamt)
  •  Nachweise der Kenntnisse und Fähigkeiten, um die geplante Selbstständigkeit ausüben zu können

Businessplan (oder Beschreibung des Existenzgründervorhabens)

Als ich im Mai Frau Wolf vom Epikur Bildungshaus in Berlin traf, vereinbarten wir, dass sie mich beim Schreiben des Businessplans und des Finanzplans unterstützen würde. Desweitern stieß ich im Netz, durch einen hilfreichen Tipp, auf die Seite der Gründungswerkstatt. Die einzelnen Bundesländer stellen Existenzgründern ein kostenloses Tool zum Schreiben eines Businessplans zur Verfügung.

Die einzelnen Themen werden mit Hintergrundinformationen, Fragen und Links so aufbereitet, dass es gut verständlich wird, welcher Inhalt geschrieben werden muss. Zudem kann ein Berater herangezogen werden, der die Ideen und das Geschriebene realistisch prüft.

Wirklich durchdacht und hilfreich ist die Gründungswerkstatt! Ich kann sich Euch definitiv weiterempfehlen!

Den Berater habe ich nicht in Anspruch genommen, weil ich ja meine eigene Beraterin, Frau Wolf, schon hatte. Auch für den Finanzplan gibt es eine kostenlose Software. Doch die war mir zu komplex (oder ich hatte keinen Nerv mehr, mich auch da noch einzuarbeiten) und ich habe an Hand einer Vorlage aus dem Existenzgründer-Seminar eine eigene Excel Tabelle erstellt.

Weitere wichtige Tipps und Infos zum Thema Existenzgründung findet Ihr bei: www.fuer-gruender.de und www.gruenderlexikon.de

Trotz der guten Hilfen, musste ich das ganze letztlich selber schreiben, und manche Themen waren doch sehr kniffelig! Die Konkurrenzanalyse, die Finanzplanung und die unternehmerischen Voraussetzungen machten mir zu schaffen. Dabei merkte ich, dass die Themen, die ich oft vor mir her schiebe, auch den Punkten entsprachen, die mir jetzt schwer fielen zu definieren.

Für die Konkurrenzanalyse zum Beispiel entwickelte ich eine Tabelle. Wichtige Aspekte, wie zum Beispiel die Preise, das Auftreten und die Inhalte verglich ich bei 5 Konkurrenten.

Hilfreich für die Gesamteinschätzung meines Vorhabens waren zwei Analysen: die eine wurde mir vor ein paar Wochen blind zugesandt, und kaum begann ich mit dem Businessplan, erinnerte ich mich an sie. EARSandEYES das Institut für Markt- und Trendforschung machte auf ihrem Umfrageportal www.TrendScan.de eine Umfrage zum Thema ’Handarbeiten/ Do-It-Yourself’ und auch der Onlineshop „Stoffkontor“ (siehe oben) hatte Anfang des Jahres eine spannende Studie durchgeführt.

Schließlich muss der Businessplan von einer fachkundigen Stelle geprüft werden. Das kann die IHK, eine Bank oder auch privater Berater sein.

Existenzgründerseminar

Es ist schon eine ganze Weile her, doch ich kann so ein Seminar jedem empfehlen! 4 Tage lang werden alle wichtigen Themen, die eine Gründung betreffen, durchgeackert. Im Land Berlin, wo ich sie machte, wird die Teilnahme sogar bezuschusst, so dass es mich nur 40 Euro kostete. Vielleicht ist das in den anderen Bundesländern auch so. Trotz oder gerade wegen der unterschiedlichen Teilnehmer, war es sehr informativ. Die Leiterin, wieder Frau Wolf, schaffte es den großen Bogen zu spannen, alle mit einzubeziehen und auch den Blick in andere Arbeitsbereiche interessant zu gestalten.

Die vier großen Hauptthemen sind:

  • Bin ich ein Gründer-Typ
  • Geschäftsidee
  •  Businessplan
  •  Finanzierung und Fördermöglichkeiten

In allen Bereichen erfährt man wichtig Tipps und Tricks, auf die aufgebaut werden kann. Meinen Finanzplan habe ich zum Beispiel auf Grund eines ausgeteilten Beispiels erstellt.

Gewerbeanmeldung

Das war die leichteste Sache von allen To Dos. Beim Gewerbeamt werden die entsprechenden Unterlagen ausgefüllt und ausgehändigt. Je nach Bundesland kostet es ein paar Euros (Hessen 33,00 €), auch, wie in meinem Fall, das Ummelden.

Wichtig zu beachten ist:

  • Was willst Du machen (die Definition bestimmt, ob Du Dich bei der IHK, Berufsgenossenschaft usw. anmelden musst)
  • im Nebenerwerb oder Haupterwerb

Nachweise der Kenntnisse und Fähigkeiten

In meinem Fall musste ich noch folgende Unterlagen einreichen:

  •  Hochschulabschluss: Bachelor of Cultural Design
  •  Existenzgründungsseminar 2013
  •  Teilnahmebestätigung Zeit- und Selbstmanagement 2013
  •  Erfahrung der Tätigkeit im Nebenerwerb (Gewerbeanmeldung 2012 und Einnahmen-Ausgaben Übersicht von 2013 und 2014)
  •  Lebenslauf

Natürlich ist das sehr individuell und es gibt keine allgemeinen Aussagen dazu.

Krankenkasse und Künstlersozialkasse

Schließlich gibt es noch einen wichtigen Punkt, der bei der Selbstständigkeit beachtet werden muss (allerdings ist das für den Gründungszuschuss nicht relevant). Wo und wie schließt Du eine Krankenversicherung ab? Ich habe mich entschieden weiterhin freiwillig gesetzlich versichert zu bleiben. Hauptsächlich deshalb, weil ich mich auch bei der Künstlersozialkasse (KSK) beworben habe.

Für alle die die KSK nicht kennen: Für Künstler und Publizisten übernimmt die KSK, ähnlich wie ein Arbeitgeber, einen Teil der gesetzlichen Renten-, Kranken- und sozialen Pflegeversicherung. Doch auch hierfür gibt es keinen Rechtsanspruch.

Ich hoffe, dass ich Euch mit diesem Artikel einen Überblick verschaffen konnte. Doch das Thema ist soo breit gefächert. Sicherlich haben einige von Euch auch schon Erfahrungen gesammelt, und ein paar Tipps auf Lager! Oder es gibt ein Thema zu dem noch Fragen aufgekommen sind. Dann raus damit!

Herzliche Grüße und ein erholsames Wochenende (aber Daumendrücken nicht vergessen!!)

Anita

Linkparty: Freutag

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  • Kommentar von Silvia | 25.08.2014

    Sehr informativer Artikel mit ganz wichtigen Tipps, die dem ein oder anderen sicherlich auch eine große Hilfe sein wird. Für dich aber auch erst einmal alles Gute und viel Erfolg.