Existenzgründung #11 – Fokussieren

| 27.03.2015

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Der Kampf mit dem inneren Saboteur

Fokussieren. Gerade kämpfe ich damit meinen Fokus zu finden. Ich habe das Gefühl nichts zu schaffen und wenn, dann das Falsche. Alle anderen schaffen scheinbar mehr als ich, sind kreativer, produktiver und erfolgreicher.

Heute morgen saß ich am Küchentisch mit einer Tasse Kaffee in der Hand und schrieb Listen über Listen. In der Hoffnung den Fehler zu finden. Warum habe ich das Gefühl zu wenig zu leisten? Spielen mir meine Gedanken einen Streich oder muss ich die Arbeitsabläufe ändern? Ich fühle mich getrieben, gezwungen, unfrei und doch habe ich keine klare Struktur. Liegt es an den Aufgaben? Liegt es an meiner Zeiteinteilung? Brauche ich Urlaub? Habe ich gerade wieder Eisenmangel? Oder was ist es???

Vor ein paar Wochen begann es: mit einer Erkältung des Kindes, dann kam ich. Ein paar Tage arbeiten, über’s Wochenende wegfahren. Wieder krank. Feste, andere Termine, Zeit für Arbeit, aber eben auch viele andere Dinge, die anstanden. Abendliche Veranstaltungen, keine Zeit, um abends nochmal „schnell“ etwas zu machen. To do Listen nicht abarbeiten, sondern verschieben. Spontan und intuitiv handeln, um dann festzustellen, dass die Intuition vor lauter Chaos oder nicht abgearbeiteter Berge nicht mehr spürbar ist. Dann fühle ich mich wie im Hamsterrad oder besser in einem Hamsterball, der sich in alle 3 Richtungen bewegt, nicht nur vor und zurück.

STOPP!

Ich liebe Listen und ich liebe Regeln. Am meisten mag ich das Erstellen, das Analysieren, die Ausarbeitung wie es am Besten geht und dann…dann lasse ich all die Listen los und beginne zu schwimmen. Momentan schwimme ich in einem großen Meer und suche den Fokus.

Wie finde ich ihn wieder?

 

Ablenkungsmanöver und Ausreden

Kennst Du das? Es gibt mindestens 1000 und 1 (innere) Ablenkung. Schon allein, dass ich diesen Artikel gerade schreibe, ist eine Ablenkung, denn eigentlich stehen auf meiner imaginären to do-Liste 20 andere Sachen. Doch scheinbar ist der Artikel TOTAL wichtig. UND er ist auch sinnvoll, denn ich brauche ihn für die Artikelserie Existenzgründung. ABER eigentlich hatte ich schon einen anderen Artikel geplant. Die Fotos dafür hatte ich schon gemacht. Du siehst, es findet sich immer ein scheinbar guter Grund, etwas nicht zu tun oder etwas gerade jetzt zu tun.

Manche nennen die Ablenkungsgedanken „inneren Schweinehund“, „inneren Kritiker“ oder „Saboteur“. Ich finde immer etwas anderes, wichtigeres zu tun und kann mich nicht konzentrieren. Will es auch gar nicht. Verliere dabei auch noch mich selber und nicht nur den Fokus für die Arbeit.

Es finden sich immer viele Gründe, vor allem, wenn das Kreativ-Büro teil des Wohnzimmers ist, und kein Druck von Außen bekommt. Wäsche waschen, soziale Medien, schnell etwas anderes machen, die Kinder sind wichtiger, war ich heute joggen?

Ausreden bar jeder Vernunft:

+ Die to do-Liste auf dem Papier mag ich nicht, weil die Linien zu schwarz sind.

+ Alles doof.

+ Das gibt’s doch eh schon.

+ Vielleicht sollte ich mir einfach n Job suchen und was „richtiges“ machen. Das ist nicht so anstrengend.

+ Ach ne, lieber Wäsche aufhängen, putzen, Essen… (beliebig ergänzbar).

+ Wenn…. dann…

+ Tagträume können auch Realität werden.

Welcher Gedanke hält Dich vom Arbeiten extrem stark ab?

Finde Deinen Fokus

+ Schreibe Listen z.B. einen Wochenplan, tägliche To Do Listen (nicht nur imaginäre Kopf-Listen führen)

+ vergleiche Dich und Deine Arbeit nicht – sondern wertschätze was Du, und nur Du, heute geschafft hast

+ schränke Deine Social-Media-Zeit ein oder definiere klare Zeitfenster dafür

+ gib Dir Zeit zum Einnorden, den Fokus finden oder einfach zu planen: was habe ich heute/ in dieser Woche/ Monat/ Jahr vor?

+ schmiede (verrückte) Pläne, auch wenn sie sich heute wie eine Illusion anhören

+ überarbeite Dein Zeitmanagement – wie viel Zeit brauche ich tatsächlich für welchen Arbeitsschritt oder Aufgabe?

+ plane Pausen ein

+ nimm Dir bewusst Zeit zum kreativen Arbeiten, Ausprobieren und Rumspinnen

+ besuche ein Coaching, falls Du Deinen Fokus so nicht wiederfindest

+ schmeiße alte Listen weg

+ Schalte den PC, Dein Handy oder Tablet nur an, wenn Du wirklich etwas daran arbeiten möchtest.

 

Den Fokus bewusst verlieren

Es kann für Dich auch sehr hilfreich sein eine Zeitlang ohne klares Ziel durch die Welt zu wandeln. Für eine Stunde, einen Tag oder vielleicht sogar ein Monat. Nimm Dir Zeit aus Deiner Struktur auszubrechen, neues zu Wagen oder einfach in Deinem Alltag die vielen Regeln und Aufgaben bei Seite zu schieben und wahr-zu-nehmen. Was passiert, wenn Du ohne Aufgabe und klares Ziel zu nähen beginnst? Oder vor einem leeren Blatt Papier sitzt?

Und jetzt Du

Was ich gerade beschrieben habe, kennst Du sicherlich auch. Wie behältst Du den Fokus im Alltagschaos? Was ist Dein Trick, Dich selbst nicht zu verlieren? Die Ausreden und Ablenkungen beiseite zu schieben?

Ich bin sehr auf Deine Tipps gespannt!

Herzliche Grüße, Anita

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  • Kommentar von Selina | 29.03.2015

    Hallo Anita,

    Ich kenne dieses Gefühl nur all zu gut. Tausend Dinge im Kopf, die man alle erledigen möchte. Der hohe Anspruch an sich selbst, eine gute Haushälterin, Mutter, Köchin und Ass im Job zu sein. Mir helfen solche Listen – sortiert nach Prioritäten und zeitlicher Relevanz – auch sehr gut bei der Organisation. Ich versuche, immer genug Zet für die jeweiligen Tätigkeiten einzuplanen, aber auch Pausen miteinbeziehen. Eine zu straffe Planung ist eher kontraproduktiv, aber einen ungefähren Plan der zu erledigenden Aufgaben ist doch sehr hilfreich. Und noch ein Tipp: Auch wenn die eigenen Ansprüche oft sehr hoch sind – Mut zur Lücke lässt den Alltag um einiges entspannter erscheinen! 🙂

  • Kommentar von Anita | 27.03.2015

    Liebe Nic,

    vielen Dank für Deine Worte und Tipps wie Du in solchen Situationen mit Blockaden umgehst. Ich war mir unsicher, ob ich den Artikel so veröffentlichen möchte, weil er sehr persönlich ist. Andererseits weiß ich, dass es jedem mal so geht und es hilfreich sein kann, darüber zu lesen und sich auszutauschen.

    Die 2 oder 3-Spaltentechnik kannte ich noch gar nicht und sie hört sich sehr spannend an.

    Herzliche Grüße,

    Anita

  • Kommentar von Nic | 27.03.2015

    Liebe Anita,

    ich finde gut, dass du den Post geschrieben hast! Vielleicht war er ja doch zu was gut;)? Ich denke, so geht es uns allen immer mal wieder, vor allem, wenn man selbstständig ist und versucht weiterzukommen.

    Es hilft oft auch zu sehen, was man/du schon alles geschafft hast!
    Nicht den Mangel, sondern das Plus zu sehen.

    Den Blickwinkel zu verändern. Manchmal muss man eine Pause einlegen, auch wenn sie gerade gar nicht passt. Und um bisherige Vorgehensweisen zu ändern, benötigt man meistens etwas Abstand. Ich merke, Druck auf sich selber auszuüben ist richtig kontraproduktiv.

    Und Dinge, wie diese inneren Anklagungen entstammen nie ganz der Realität!
    Ich mache dann sehr oft einen Realitätscheck (kognitive Psychologie) und komme dann meistens aus meinem falschen Film raus;) und sehe wieder klarer.
    Das geht z.B. mittels 2 oder 3-Spaltentechnik. LG Nic