Der Nussknacker – nachdenkliche und dankbare Weihnachtsgrüße

, | 22.12.2016

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Hallo Ihr Lieben,

heute schreibe ich Euch einen eher nachdenklichen Post. Es wird wahrscheinlich der vorletzte in diesem Jahr sein. In den letzten Tagen, noch vor dem schrecklichen Ereignis in Berlin, habe ich mir viele Gedanken gemacht. Auslöser war mein dankbarer Blick auf ein anstrengendes und schönes Jahr.

Ich weiß nicht wie es Euch geht, doch wenn ich über das schöne im Leben nachdenke, klopfen oft auch Gedanken von nicht so schönen – dramatischen – Ereignissen an die Tür. Von persönlichen Fallgruben („Mache ich wirklich das Richtige? Oder sollte ich mein Leben komplett ändern?“), die oft nur innere Unruhestifter sind, bis hin zu globalen Problemen, die WIRKLICH dramatisch sind und unsere volle Aufmerksamkeit verdienen sollten.

Aus dieser inneren Dynamik heraus habe ich mich mit zwei Themen ausgiebig beschäftigt, Dankbarkeit und, plump gesagt, die Zerstörung unserer Welt. Ich möchte niederschreiben, was ich, was Du, ja, was wir alle tun können, um der Dramatik entgegen zu wirken.

Weil ich gerne ein Happy End habe, werde ich über meine fröhlichen und dankbaren Gedanken am Ende des Posts schreiben.

Was ich ändern kann.

Vor ein paar Tagen habe ich das Video des Kabarettisten Hagen Rether gesehen, dass mich mehrfach tief berührt hat. Eigentlich ist Hagen Rether nicht witzig, denn jedes Wort trägt unendlich viel Wahrheit in sich, und wenn wir lachen, dann nur, weil der Zynismus, die Widersprüchlichkeit unserer Gesellschaft uns so vertraut ist. Den Link zum Video und noch weitere inspirierende Links findet Ihr am Ende des Artikels und ich möchte Euch einladen, es Euch anzuschauen.

Nachdem wir permanent mit negativen Nachrichten bombardiert werden, ist es oft nicht leicht zu erkennen, was ich, der Einzelne, mit dem ganzen Kram zu tun habe. Sätze wie folgende schwirren dann durch den Kopf: „Was kann ich tun? Es sind doch die Politiker, die entscheiden und Fehler machen und ich, ja, ich mache es doch nur so wie alle anderen. Das kann doch nicht falsch sein.“

Wir leben in einer Welt und Gesellschafft voller Wiedersprüche und haben das so verinnerlicht, dass uns viele Dissonanzen oftmals nicht bewusst werden. Oder erst dann, wenn ein dramatisches Ereignis passiert ist.

Wir wollen global handeln, jedoch keine globale Verantwortung übernehmen, wie zum Beispiel für den Umweltschutz.

Wir wollen nur das Beste für unsere Kinder und kaufen ihnen Dinge, die dazu beitragen, die Natur weiter zu zerstören, die Ihre Zukunft garantiert und ohne die sie eben kein gutes Leben führen können.

Mir fiel es schon immer schwer meine persönliche Zukunft zu planen. Trotzdem merke ich, dass ich in meinem Alltag etwas ändern kann und muss. Vieles liegt auf der Hand, das Wissen tragen wir in uns und haben es schon oft gehört (und wenn nicht, können wir online und in den Medien so viele guten Artikel und Filme darüber finden). Ich spreche von Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Selbstliebe, Gemeinschaft und Frieden. Vieles lässt sich einfacher umsetzen, als wir oftmals fühlen.

Immer wieder finde ich auf Facebook den Spruch, ich würde ja 1,50 € für einen Liter Milch zahlen, damit es den Milchbauern besser geht. Mit vielen Likes dabei. Dann denke ich immer, wunderbar dann kaufe doch Bio-Milch. Die hat nicht nur faire Preise für den Bauern, sondern ist sogar fair für die Kühe.

Wir sparen am Geld für Bioartikel, Essen und Kleider um uns großartige Reisen und überflüssige Dinge zu leisten. Doch wir werden noch jede Menge draufzahlen oder besser gesagt nachzahlen müssen, wenn uns die Natur um die Ohren fliegt und verschwindet.

Oft ist es dann so, dass wenn wir uns aus all den bekannten Fakten nicht mehr rausreden können, das Mantra übrigbleibt „Ich allein kann ja eh nichts ausrichten – Ich würde ja, aber…“ Glaubenssätze, die alles tun, um unsere Kartenhaus nicht zum Einsturz zu bringen.

Doch kannst Du.

Kleine Taten von uns allen bewirken große Veränderungen. Bio und fair gehandelte Produkte kaufen, gemeinschaftlich handeln und denken, bei Deinen Nachbarn klingeln, statt ihnen Whatts Apps zu schreiben. Im Zweifelsfall den TV/ das Handy/ den PC ausschalten, die neue Welt, Welt sein lassen und sich zu besinnen. Auf das Gute in Dir und in Deiner Umgebung. Auf Dich. Dich spüren.

Liebe ist die Antwort – Love is the answer.

Das ist nicht kitschig, sondern wahr. Das ist nicht weltfremd, sondern Welten-zusammenführend.

Leben wir in einer freien Gesellschaft,

  • um uns von der Verantwortung für uns und unsere Welt zu befreien?
  • um die freie Wahl auf die Fußballmannschaft und das Fernsehprogramm zu beschränken?
  • um uns dem Druck der Wirtschaft zu unterwerfen?

oder

  • um uns frei für ein bewußtes und nachhaltiges Leben zu entscheiden?
  • um uns frei für den Frieden und die Liebe zu entscheiden?
  • um uns frei für die Unterstützung der Menschen zu entscheiden, denen es nicht so gut geht wie uns?

Ich bin dankbar.

In den letzten 12 Monaten habe ich viel erlebt und bin oft an den Punkt gekommen, an dem ich erschöpft war und mir eine Pause verordnen musste. Eine Pause ohne Druck von außen und Druck von innen. Ich bin immer auf der Suche, verfalle gerne in (unbedachten) Aktionismus und spüre neben dem wahnsinnigen gesellschaftlichen Druck von außen einen noch höheren Druck in mir. Mich dem zu entziehen, ist, wie viele von Euch sicherlich schon selber erlebt haben, ein unglaublicher Kraftakt, und passiert oft erst, wenn wir zu nichts mehr fähig sind. Manche nennen das Burn Out, ich nenne es gerne das Drama unserer Gesellschaft.

Diese wundervollen Fotos, die diesen Artikel unterstreichen, sind die Krönung meines Jahres. Intensiv und voller Energie und auch Erschöpfung habe ich die 4 Wochen im November verbracht. Ich hatte das großartige Glück mit Zizy vom Blog Ziel=z³ viel Zeit verbringen zu dürfen. Sie hatte sich auf meinen Praktikumsaufruf gemeldet und konnte trotz festem Job hier sein. Was für ein Glück für mich! In diesen vier Wochen haben sich viele meiner Wünsche erfüllt. Als wir am Anfang die Themen des Praktikums besprachen, haben wir ihre und meine Wünsche in einen Topf geworfen und daraus sind ganz fantastische Dinge entstanden. Zizy hat diese wundervolle Stickerei entworfen und umgesetzt. Der Nikolaussack, die Weihnachtskarten, spannende Gespräche über die kreative Welt und das Leben im Allgemeinen. Ich bin zutiefst dankbar für die intensive Zeit, aus der ich noch viel schöpfen werde.

Überhaupt durfte ich dieses Jahr viele tolle Menschen kennenlernen und Bekanntschaften vertiefen. Auf meinen Reisen zu Bernina nach Steckborn, zu Dawanda und Makerist nach Berlin, auf Messen in Frankfurt, bei Snaply in Au in der Hallertau, der Blogst in Hamburg und schließlich mit Zizy in meinem Atelier. Ein großes Dankeschön sende ich allen Probenäherinnen, die mich so großartig unterstützt haben und den vielen Gastautorinnen und Ebook-Patinnen. Erst jetzt in der Rückschau zu 2016 wird mir bewusst, was wir alles geleistet haben. Dankeschön!

Ausblick: natürlich geht es hier weiter, wenn auch erstmal langsam. Ich werde für kommende Woche eine Neuheit hier im Blog vorstellen, und bin gespannt wie sie Euch gefallen wird. In der ersten Januarwoche werden wir im Urlaub sein und bis dahin wird es insgesamt hier ruhiger zugehen.

Ich hoffe, dass Euch meine ernsten Worte nicht abgeschreckt haben, sondern vielleicht eher inspirieren. Für mich ist es sehr aufregend, auch mal so einen Artikel hier im Blog zu veröffentlichen.

Allerliebste Grüße und eine besinnliche langsame Weihnachtszeit!

Anita

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Noch ein spannender Artikel über das Innehalten und Ausruhen:

http://thechanger.org/community/wie-rituale-resilienz-staerken

Hagen Rether über unsere westlichen Werte:

https://www.youtube.com/watch?v=vj9l6vbOxJc

Selbstwertgefühle stärken kann so einfach sein:

https://www.youtube.com/watch?v=zNtPVgblzWY

 

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  • Kommentar von Katja | 2.05.2017

    Liebe Anita,
    auch wenn es schon nach Frühling anmutet – ein klitzekleines Bisschen in meiner Berliner Vorstadt – so bin ich gerade über Dein weihnachtliches Nussknacker-Ensemble in den Stickrahmen gestoßen. Deine Dekoration finde ich grandios und auch das Drumherum ist wunderbar abgestimmt. Tolle Fotos, die Du da präsentierst. Dass viel Liebe darin steckt, merkt man gleich….
    Kreative Grüße von meiner Arbeitsstätte, Katja

    • Kommentar von frau scheiner | 3.05.2017

      Liebe Katja,
      ich freue mich sehr über Deine lieben Worte! Berliner Vorstadt – achz ♥
      Die liebe Zizy hat den Löwenteil an diesem schönem Nussknacker gemacht und ich bin ihr auch so dankbar dafür. Mal sehen, vielleicht werde ich eine Anleitung dafür schreiben.
      Liebe Grüße, Anita

  • Kommentar von Anita | 26.12.2016

    Liebe Ina,

    ich freue mich, dass ich die richtigen Worte gefunden habe. Ich wünsche Dir auch ein gutes und vor allem fröhliches neues Jahr! Liebe Grüße, Anita